Apple, App Store und die Zeitschriften

Apple hat bereits 7,5 Mio iPad’s verkauft (Quelle: Reuters UK); laut einer neuen Untersuchung von Forrester Research nutzen bereits 9 % aller „elektronisch lesenden“ Amerikaner das Pad von Apple. Neben dem einfachen Notebook (35 % Lesenutzung) stehen bereits etabliertere Lesegeräte wie das Kindle von Amazon (32 %). Sony (12 %) wurde vom iPhone mit 15 % Nutzung überholt.

Das iPad ist der Liebling der Medien – Rupert Murdoch, der Chef von News Corp nennt das Gerät von Apple einen Meilenstein, der das Überleben der Printmedien elektronisch möglich machen kann.

Im Juni schloss die britische News Corp die freien Websites der „Times“, der „Sunday Times“ und der „News of the World“. Es gingen, so der Verlag, dabei 90 % der Online-Leser verloren – jetzt hat News Corp 105.000 zahlende Leser im Web, auf iPad/iPhone und Kindle.

Mathias Döpfner sprach diese Woche von 280.000 verkauften Bild- und Welt-Apps. Ein großer Erfolg, wenn man zugrunde legt, dass es in Deutschland gerade 2 Millionen iPhones und weit weniger iPads gibt. Den Schritt der Briten, gleichzeitig die offenen Websites zu sperren, ging Springer allerdings nicht – der Verlust der Banner-Werbeerlöse würde wohl über den etwa 200.000 € liegen, die Apple an Springer auszahlt.

Wenn da nicht Apple wäre … die Apps der Zeitschriften konkurrieren mit tausenden Spaßprogrammen, die AGB’s von Apple kennen keine „Aboverwaltung“ und keine „Pressefreiheit“.

Die Beurteilung der Apps geschieht durch anonyme Nutzer. Die neue App der Frankfurter Allgemeinen etwa musste durch einen Spießrutenlauf von schlechten Bewertungen starten und erreicht zur Zeit gerade 2 von möglichen 5 Sternen. Haupttenor: warum zahlen, wenn es eine gratis Mobilversion mit den gleichen Inhalten gibt.

Ist der „Probemonat“ beispielsweise der Bild-App (0,79 €) aubgelaufen, muss der Nutzer aktiv eine Verlängerung beziehen. Das entspricht nicht den gängigen Modellen der Aboverwaltung in Print und dürfte die Haltbarkeit von „iPad-Abos“ kräftig mindern.

Die Verhandlungen mit Apple laufen. Die Wünsche der Verleger:
– ein „elektronischer Kiosk“, der Apps von Zeitschriften und Zeitungen von anderen Anbietern trennt
– ein Abosystem, das es erlaubt, automatische Verlängerungen der Nutzungsentgelte zu erzielen
– die Übergabe wenigstens von geografischen Nutzerdaten – zur Zeit kennt der Verleger einer News-App nur die Anzahl seiner Kunden

Apple hingegen überlegt, diese Bevorteilung der News-Apps in ein Geschäftsmodell zu kleiden: ein eigener Kiosk auf dem Pad müsste von den Verlegern mit geringeren Prozenten bei der Auszahlung bezahlt werden; und überhaupt würde Apple sich eine prozentuelle Beteiligung an den Werberlösen aus der Anzeigenwerbung der elektronischen Zeitschriften wünschen – so die Meinung diverser US-Blogs zum Thema.

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