ePublishing: Das Erste Next Media Gebot

Vier Tage nach dem Relaunch von Springers erfolgreicher iPad App „Welt HD“ erscheint auf der Titelseite der Tablet Zeitung der Text: „Das Welt HD Querformat kommt zurück!“ „… wir nehmen Ihre Kritik ernst …“ und: „Wir möchten den Dialog mit Ihnen intensivieren, weil wir glauben, dass Sie als Leser die beste Außenansicht auf die Welt HD haben.“

Bemerkenswert ist die aufkeimende Erkenntnis, dass Leser eine „Außenansicht“ auf ein Produkt haben. Schön ist, dass man das nun „glauben“ will. Bedenklich ist, dass erst eine große Zahl überwiegend negativer Kundenbewertungen diese Reaktion erzeugte.

Tatsächlich ist der oben genannte Begriff „Außenansicht“ falsch. Der Leser ist Kunde und somit nach dem Kauf Besitzer des Produktes. Also obliegt ihm allein die Beurteilung.

Next Media bedeutet, dass Verlagsprodukte in Neuen Medien verkauft werden. Werden sie gratis im Internet angeboten, dann sind sie für die Wertschöpfung der Verlage irrelevant und somit nicht als klassische Verlagsprodukte anzusehen.

Verkauft aber ein Verlag seine Produkte elektronisch in Neuen Medien, dann impliziert das, dass die Regeln heutiger Netzwerke angewendet werden müssen: nur wer auf allen möglichen Kanälen mit seinen Kunden kommuniziert; nur wer bereit ist, die Meinung seiner Kunden frühzeitig, offen und ernsthaft anzunehmen, wird Erfolg haben.

Das Erste Next Media Gebot für Verlage lautet demnach: Das Produkt gehört nicht dir, sondern deinen Kunden. Du sollst deine Kunden um ihre Meinung fragen und danach handeln, sonst wirst du dein Produkt nicht mehr verkaufen.

Dieser Prozess ist für viele Verlage sicherlich schmerzhaft; der oben beschriebene Artikel in der heutigen „Welt HD“ kann als Symptom gewertet werden.

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