Apple demütigt Sony

Eigentlich sind die Regeln klar: laut den Richtlinien von Apple’s iOS App Store sind Käufe von Inhalten innerhalb von Apps nur über das iTunes Kaufsystem zulässig. Bei jedem iTunes Kauf behält Apple 30 % des Umsatzes ein.

Nur hatte sich in den letzten Monaten kaum einer an diese Vorgabe gehalten. Amazon verkauft munter elektronische Bücher über seine Webseite – Bücher, die man dann auch in der Kindle App auf dem iPad lesen kann. Viele Verlage erlauben ihren Abonnenten, mittels Eingabe eines Codes ihre Publikation kostenfrei in eine App zu laden, manche verkaufen ihre Produkte auch über eine Webseite unter glatter Umgehung des Apple Verkaufsystems.

Am gestrigen Montag dann der Knaller: die neue Sony App für das iPad wurde von Apple zurückgewiesen – wegen Umgehung der Kaufrichtlinien.

Sony! Fast kommt Mitleid auf. Zuerst zerstört Apple mit seinem iPod die letzten Bastionen des Walkman – Imperiums; dann knallt Cupertino den Musikhandel „iTunes“ auf den Markt und tut damit Sony Music richtig weh; dann erscheint das iPhone und lässt Sony-Ericsson wanken; dann spielt die halbe Welt Games zu 79 Cent auf dem iPhone und lässt dabei die Playstation Portable alt aussehen; dann kommt das iPad und zieht lässig am Sony Reader vorbei… und jetzt nimmt Apple nicht mal mehr die Bookreader App von Sony.

Sony reagierte auf diese letzte Erniedrigung verschnupft: „Unglücklicherweise“ habe Apple „kurzfristig“ seine Regeln geändert. Apple beeilte sich die Wogen zu glätten: in einer iOS App muss es immer AUCH eine iTunes Kaufmöglichkeit geben, um dem Nutzer die Wahl zu lassen. Daneben, so Apple Sprecherin Trudi Muller, könne es alternative Vertriebswege für „In App“ Content geben.

Am morgigen Mittwoch wird im Guggenheim Museum, NYC die neue iPad Tageszeitung „The Daily“ präsentiert. Zeitgleich mit Murdoch’s E-Blatt dürfte auch das neue Abonnementsystem von iTunes veröffentlicht werden – ein weiterer Schritt von Apple, die Wertschöpfungskette seiner erfolgreichen Produkte zu erweitern.

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