iPad: Warum wir einen iKiosk brauchen

Anlässlich einer aktuellen Untersuchung der Agentur Marketagent unter österreichischen Kioskbesuchern ergab sich, dass zwei Drittel der Zeitschriftenkäufer sich spontan für eine bestimmte Zeitschrift entscheiden, wobei weniger als fünf Titel in die engere Wahl kommen. Nur 35 % der Kioskkäufer „kaufen immer das gleiche“.

Im Kaufverhalten spielt vor allem die grafisch – inhaltliche Gestaltung des Titels eine Rolle; 61,2 Prozent dieser Spontankäufer lassen sich hier von knackigen Themen und beeindruckenden Bildern leiten. Doch wie soll das auf dem Hoffnungsträger der Printverlage, dem iPad, funktionieren?

Bei Titeln wie „Stern“, „Spiegel“ und „Focus“ macht sich das mit kräftigen Schwankungen im Kioskverkauf bemerkbar: die Focus-Ausgabe 2/2011 mit dem mäßigen Titel „Die 100 einflussreichsten Deutschen“ verkaufte 85 Tsd Hefte, eine Woche später brachte Sarrazin (3/2011, „Verdummen unsere Kinder?“) 412 Tsd Focus Exemplare unter die Leute. Dieses darwinistische, wettbewerbsorientierte Prinzip fördert aktiven, kreativen und sicherlich auch auf Sensationen fokussierten Journalismus – und belohnt die Gewinner.

Im Kiosk des App Stores („Kategorie: Nachrichten“) stehen die Apps der Magazine als „Top Gekauft“ oder „Top Gratis“ mit ihren Logobildchen in einer Liste. Das wars. Der dahinter stehende Nachrichtenwert bleibt dabei völlig unsichtbar.

Am heutigen 29. März 2011 steht hinter der Nummer 1 App „Bild“ eine nicht-journalistische App namens „Verbrechen“, die auf einer Landkarte aktuelle Polizeimeldungen sichtbar macht. Platz drei belegt „Reeder“, eine App die den Gratisdienst „Reader“ von Google elegant aufs iPad bringt.

Verlage können unter solchen Voraussetzungen ihre aktuelle journalistische Leistung nicht präsentieren. Belohnt werden letztendlich reine Aggregatoren.

Quelle: Marketagent.com Studie, Meedia Cover Check

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