Studie: Warum wir keine eBooks kaufen

„Insbesondere die Verlage investieren in den E-Book-Markt und sind derzeit den Lesern noch voraus“ sagte Jürgen Horbach vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. zur Präsentation der eBook Studie „Umbruch auf dem Buchmarkt?“. Denn irgendwie kauft in Deutschland kein Mensch eBooks – gerade ein halbes Prozent des Büchermarktes macht der elektronische Sektor aus, wie die von der GFK erstellte Studie ermittelt.

Die Studie sagt uns: die Deutschen sind echte Bücherwürmer. Fast 90 Prozent lieben dan Anblick ihrer Bücher im Buchregal; nur zwei Prozent sind bereit, „weitgehend“ eBooks zu kaufen – erst knapp die Hälfte der Bücherleser hat ein Platzproblem im Wohnzimmer.

Dabei verkaufte Amazon im Herbst 2010 in USA pro 100 Taschenbüchern 115 elektronische Bücher für sein Kindle Lesegerät. Die Hardcover wurden bereits ein halbes Jahr davor von den eBooks überholt. Amazon bietet 800.000 eBooks an; fast die komplette Bestsellerliste der New York Times (107 Titel von 112 in der Liste) waren ungedruckt verfügbar – und dafür wesentlich günstiger: über 80 Prozent der eBooks kosten weniger als 9,99 Dollar. „Millionen“ älterer, rechtefreier Bücher sind darüber hinaus gratis zu haben.

Da könnte man fast denken, dass es vielleicht gar nicht an der Liebe zum Papier liegt, dass in Deutschland wenig e-gelesen wird.

Laut der Studie des Börsenvereins erscheinen bislang erst knapp 40 % der Bücher auch als eBook. Das sind vor allem Sach- und Fachbücher. Der Anteil der Belletristik lag 2010 bei mageren 11 Prozent.

Das ändert sich nun rapide, da viele Verlage in die Buch Shops von Amazon und Apple drängen. Nur der Preis der Bücher verwundert: der aktuelle Spiegel – Bestseller „Tiere“ von Simon Becket kostet als gedrucktes Taschenbuch 9,99 €; als eBook im Store meines iPads 9,99 €, also exakt gleich viel.

Dabei bekomme ich das Produkt ja gar nicht ausgedruckt, gebunden und geschnitten. Ich kann es weder verleihen, noch verkaufen noch einem guten Zweck spenden. Ich kaufe mir also eigentlich nur eine lesbare Kopie des Buches. Und die darf nicht so viel kosten wie das Papierbuch.

Quellen: E-Book Studie das Börsenvereins, Amazon Quartalsbericht

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