Das Drama des Buchhandels

Das zweite Quartal 2011 brachte dem Online Buchhändler Amazon einen wahren Geldregen: der Umsatz stieg zum Vorjahreszeitraum um sagenhafte 51 Prozent auf fast 10 Milliarden Dollar. Dabei war, so Amazon, das Kindle mit seinen inzwischen 950.000 verfügbaren eBook Titeln einer der Wachstumstreiber.

Auf der anderen Seite des literarischen Universums nennen die deutschen Buchhändler in der „Konjunkturumfrage Buchhandel 2011“ Privatkunden und Schulen als zuverlässigste Kunden und bemerken, dass Taschenbücher in 2010 gut gelaufen sind. Als wichtiges neues Projekt bezeichnen die Buchhändler vor allem eine bessere Webpräsenz.

Laut einer aktuellen GFK Studie bröckelt allerdings der Buchverkauf im stationären Handel – von 100 Käufern gingen 2007 noch 54 in den Buchladen, 2010 waren es noch 52. Gleichzeitig stieg der Anteil der Online Käufer von 18 Prozent auf 24 Prozent an. Und von denen gehen fast 80 Prozent zu Amazon; dahinter folgt abgeschlagen Weltbild mit 34 Prozent und Bücher.de mit 16 Prozent.

Der Internet Markt wird von Amazon beherrscht, nur wenige deutsche Angebote können sich über der 10 – Prozent Marke halten. Gleichzeitig wachsen mit Google und Apple zwei neue Anbieter heran, die vor allem in das eBook Geschäft drängen.

Es zeichnet sich ab, dass das gedruckte Buch über Amazon, das digitale Buch über Amazon, Google und Apple vertrieben wird. Und dass das Kuchenstück für den deutschen Handel (gleich ob stationär oder digital) immer kleiner wird.

Quellen: GFK Studie, Amazon Pressemitteilung, Konjunkturumfrage Buchhandel

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