Buchvorstellung: „Der Leiterwagen Xaverl“ von Alfred Franz Dworak

Sie sind eine hochintelligente, feinfühlige Person und vermitteln mit tiefster Liebe im Herzen und voller Hingabe Ihr ganzes Können und Wissen an Ihre Mitmenschen. Doch plötzlich passiert Folgendes: Hinter Ihrem Rücken wird die Situation so dargestellt, als hätten sie etwas Schlimmes verbrochen … (ein Gastbeitrag von Alfred Franz Dworak)

Xaverl Ramsl, der junge Held meines Romans, genannt „Der Leiterwagen Xaverl“, wird in den Zwischenkriegsjahren aufgrund seiner Behinderung (Glasknochenkrankheit) und seiner außergewöhnlichen geistigen Begabung ausgegrenzt: zuerst von seinem Vater auf der Alm, dann nach dem Tod seiner Mutter von der Bevölkerung drunten im Dorf.
Xaverl sucht wegen seiner körperlichen Eingeschränktheit mit Leidenschaft die Freiheit in allen Facetten seines Lebens und vermittelt das auch den jüngeren Dorfbewohnern. Das wiederum missfällt den Älteren, sie werten dies als Bedrohung für ihre eigenen Wertvorstellungen, Sitten und Gebräuche und handeln dementsprechend. Geschickt manipulieren sie den Rest der Dorfbevölkerung und brandmarken ihn für eine Tat, die er nicht begangen hat. Als dann auch braunes Gedankengut in das von Armut und Hunger gebeutelte Dorf einsickert, ist Xaverls Leben in Gefahr und er muss in einer Nacht- und Nebelaktion fliehen …

Der LeiterwagenXaverl

Zeitgeschichtlicher Roman von Alfred Franz Dworak

Xaverl Ramsl überlebt, aber er hat eine schwere Form der Glasknochenkrankheit. Vom Vater dafür verachtet, aber von Mutter und Geschwistern geliebt, wächst er auf der heimischen Alm zu einem hochintelligenten 15-jährigen heran …

Xaverl hat es nicht leicht: die Vorurteile der Dörfler, die eigene Krankheit, die immer frecher auftretenden Nazis, die die „heile“ Bergwelt unterwandern. Das Leben der Bauern und die berührenden Erlebnisse des behinderten Xaverl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden eindrucksvoll und gut recherchiert beschrieben! „Dies ist wirklich ein großartiges Buch. Die Geschichte von Xaverl, der es aufgrund einer Behinderung sehr schwer im Leben hat, hat mich sehr berührt.“ (Leser)  (9 Rezensionen / 5,0 Sterne) (462 Normseiten) – kurze Zeit nur 99 Cent!

Xaverls Leben beschränkt sich auf einen Radius von dreihundert Metern – dorthin, wo er mit seinem Leiterwagen gezogen werden kann. In dieser seiner Welt saugt er jede Information lebenshungrig auf. Auch die Liebe zu jungen Frauen begegnet ihm in seinem kleinen Reich – ergreifend und aufregend für ihn. Da gibt es auf der einen Seite Marie, die in der Nacht seiner Geburt ebenfalls zur Welt kam, mit einem gesunden makellosen Körper; aber wegen Sauerstoffmangels blieb sie geistig auf dem Stand einer Zehnjährigen. Xaverls trauriger Kommentar dazu: „Dann hat der liebe Gott damals an dem Abend unserer Geburt nur einen gesunden Körper und ein klares Gehirn verteilt.“ Auf der anderen Seite die Tochter des reichen Brauereibesitzers, die er mit seiner einfühlsamen Art ebenso in seinen Bann zieht.

Ein befreundeter Filmproduzent, dem ich die Idee des Leiterwagen Xaverls für einen Kinofilm plottete, meinte: „Wie kann ein Behinderter so erfolgreich bei Frauen sein?“ Nachdem er das Buch gelesen hatte, wusste er warum.

Jede Geschichte ist in Zügen autobiografisch, auch der Leiterwagen Xaverl. Oft reflektiere ich erst nach Fertigstellung, warum ich Texte in genau dieser Art und Weise verfasst habe. Seit meiner frühesten Kindheit stand ich in enger Beziehung mit den Themen Nationalsozialismus, Flucht, Vertreibung, Ausgrenzung und Behinderung: die kleinwüchsige Frau, irgendwie die Wirren des Nationalsozialismus überlebend, floh mit meiner Familie aus Tschechien und wohnte bei uns. Der Heimatort meines Vaters, an der Grenze zu Österreich, dort wo ein paar Kilometer die Entscheidung über Flucht oder Bleiben bedeutete. (Alfred Franz Dworak)

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