Eine SciFi-Robinsonade: „Connors Licht“ von Ava Felsenstein

Der eine liebt laute Musik, wild, voller Anarchie, Energie vom ersten Ton an, bis hin zum letzten Riff. In anderen Sälen dagegen sitzt jenes Publikum, welches sich langsam in ein Werk hineinlebt, akzeptiert, dass das einleitende Vorspiel Teil der Substanz ist und nur erste Schritte eines langen Weges bildet, der seine Geschichte nach und nach erzählt. So, dass jede Note separat wahrgenommen werden kann, ungehindert ausschwingt, Raum greift, atmet, nicht in einer Sturmflut aus Klang untergeht. (Ein Gastbeitrag von Ava Felsenstein)

Nicht anders verhält es sich nach meinem Empfinden wohl auch in der Literatur. Selbst, wenn Bücher ihrer Natur nach gleichwohl immer still sind, so kann sich das Kino im Kopf je nach Geschichte sehr unterschiedlich entfalten, uns langweilen oder über Tage in einen Strudel reißen, der unbarmherzig danach verlangt, dass wir in jeder freien Minute nach diesem Medium greifen, welches in sich jene fremde Welt birgt, auf die wir uns seit dem ersten Kapitel eingelassen haben.

In kosmischen Dimensionen vermögen manche Autoren des Genres Science Fiction ihre Erzählungen auszuschmücken, so, dass man zwischen überlichtschnellen Raumschiffen zu verweilen glaubt. Sie lassen uns Spannungen spüren, die mal zwischen ganzen Galaxien voller Wesen herrschen, mal nur zwischen einem Kommandanten und einem seiner Gefolgsleute. Zeit, Raum – das alles spielt in seinen uns bekannten Rahmen keine Rolle, hier kann auf den Kopf gestellt werden, was der Geschichte dient, solange es nur hinreichend plausibel daherkommt. Einen anderen Teil des Spektrums bilden Geschichten, die mit weniger physischem Raum auskommen, auch mit viel weniger Dialog. Die Essenz ist hier nicht die Technik, die Andersartigkeit der Zukunft oder der Wesen, es kann vielmehr die Nähe zur Gegenwart sein, die wir selbst alle ständig erfahren.

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Connors Licht – Begegnung der fünften Art Zukunftsthriller von Ava Felsenstein: „Connor Lewis ist Einzelgänger. Vor Jahren schon hat er der hektischen Welt den Rücken gekehrt. Seitdem umgibt er sich mit einem Kokon aus alternativen Weltanschauungen und technischen Verrücktheiten. Eines Tages beschließt er, ein folgenreiches Experiment zu wagen …“ – In diesem umfangreichen Scifi Roman beschreibt der Autor in einem behutsam-minutiösen Stil die skurrilen Forschungen eines Sonderlings – vielleicht gelingt es diesem Connor ja tatsächlich, ein UFO anzulocken? Mit vielen Illustrationen. „Lesenswert für alle, die von X-Files, Fringe und anderem ufo-parapsychologischen Kult nicht genug bekommen können.“ (Lesermeinung) (334 Normseiten) – kurze Zeit nur 0,99 €


Eine kleine, vielleicht schleichende Veränderung kann Welten kippen. Es bedarf nicht immer ganzer Heere und Zivilisationen, es kann durchaus auch einmal nur ein einzelnes Individuum sein, das den Lauf der Dinge umkehrt. Sei diese Person heroischer Natur oder nur ein „armes Würstchen“, die Geschichte nimmt dennoch ihren Lauf.

Dies war der Grund für mich, meinen Einstand im Genre mit leisen Tönen zu geben, über – für manchen an andere Kost gewohnten SciFi-Fan wohl gar quälend – lange Kapitel eine simple Idee auf ein einziges Ziel zuzusteuern. Ohne handwerklich aufwendig gestrickte Verästelungen von Handlungssträngen. Nur ein einfacher Steinwurf, geradeaus von A nach B.

Vielleicht fließt tatsächlich auch einiges an persönlicher Abneigung gegen das allgegenwärtige, rasende Wirrwarr auf unserem Planeten ein, welches doch so vielen von uns entgegensteht, ein erfülltes, gesundes Dasein zu führen. Um nichts weniger drehen sich daher nicht selten die Gedanken meines Protagonisten. Hauptsächlich aber wird er von einer Idee getrieben, die im Nachhinein gar nicht mal so „irre“ ist, wie er selbst und auch der Leser es anfänglich vermuten.

Mein Titelheld lebt zurückgezogen, nur wenige Kontakte zu anderen Menschen werden gepflegt, sein Leben organisiert er teils recht egoistisch, wenn auch mit guten Absichten. Aufgrund dessen tauchen in der Geschichte nicht allzu viele Charaktere, Handlungsplätze und Konfliktsituationen auf – beinahe ein moderner Robinson, nur viel weniger auf Haudrauf-Abenteuer getrimmt. Ich habe versucht, mich auf das Wesentliche zu beschränken, Transparenz sogar vor Spannung angesiedelt. Für manchen Leser mag es sich daher wohl recht seicht und getragen anfühlen, so durch die Kapitel zu wandern, aber der Roman orientiert sich eben einfach nicht an Gepflogenheiten und den Anforderungen des Schreibens, wie sie heute großflächig anerkannt, akzeptiert und üblich sind. Diese Freiheit steht für mich über allem.

Nein, es soll keine Revolution sein, kein provozierter Stilbruch im Genre. Letzten Endes hoffe ich einfach nur, etwas von der Ruhe, die mich während des Schreibens erfüllt hat, an meine Leser weiterzugeben. Ein wenig geschriebene Entschleunigung, die trotzdem nicht auf Progression verzichten muss – weder in der Geschichte, noch in der realen Gegenwart.

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