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ebook Kartell: EU nimmt Apple und die Verlage aufs Korn

Der Verdacht der Kartellwächter: Apple könnte mit seinem „Agentur Modell“ gemeinsam mit den Verlagen den freien Wettbewerb behindern. Tatsächlich stiegen die eBookpreise in USA im letzten Jahr um etwa 25 Prozent an. Zurzeit legen die Verlage selbst die Preise der eBooks bei den Online Händlern fest – dahinter vermutet die EU Kommission eine verbotene Preisabsprache.

Bereits vor neun Monaten wurden die Verlage Hachette Livre (Frankreich), Harper Collins (USA), Simon & Schuster (USA), Penguin (Großbritannien) und die deutsche Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Ziel einer Razzia: Die Verlage sollen sich insgeheim über die Preise von eBooks vereinbart haben, was einen Verstoß gegen das Kartellrecht darstellt.

Der iBook-Store von Apple gab dabei den Anstoß: Apple hatte 2010 das „Agency Modell“ durchgesetzt, nach dem jeder Verlag selbst den Preis seiner eBooks festlegt; beim Händler verbleibt eine feste Provision (bei Apple zurzeit 30 Prozent). Das verhindert letztlich die freie Preisentwicklung zwischen den Online Buchhändlern – tatsächlich kosten seit etwa einem Jahr die eBooks nicht nur mehr Geld, sondern sind auch auf allen Plattformen gleich teuer.

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Steve Jobs: Fünf Nachrufe in der Wortwolke

Noch ein Nachruf auf Steve Jobs? In den letzten 24 Stunden wurde viel über ihn geschrieben, man sprach vom Genius, vom Maniac, vom Retter und selten vom Menschen. Ich habe einige Nachrufe durch den Tag Cloud Generator von Wordle geschickt, um einen Überblick zu behalten.

Seele, Glauben und Wiedergeburt: Bild lieferte einen erstaunlich sprituell anmutenden Artikel unter der Überschrift: „Er war Buddhist“. Es wird in dieser (sicherlich nicht vollständigen) Aufzählung die einzige emotional gefärbte Wortwolke bleiben.

Steve Jobs Buddhist

Bild.de: Steve Jobs "Er war Buddhist"

Mythen, Gründer und Legenden: Spiegel schrieb „Der letzte große Bastler“. Spiegel bemüht den Garagenmythos und verklärt Jobs als letzten seiner Art – an die farblosen Nachfolger der großen Gründer wird sich laut Spiegel niemand erinnern: Continue Reading →

US Kartellbehörde untersucht Apple’s Abo Modell

Das US Justizministerium und die amerikanische Kartellbehörde haben heute begonnen, Apple’s Vorgehen im Zusammenhang mit dem am 15.2.2011 präsentierten Abonnementmodell „in einer Vorstufe“ zu untersuchen. Offensichtlich liegt der Verdacht nahe, dass Apple seine Marktmacht mißbrauchen könnte.

Apple schreibt den Anbietern von Inhalten vor, im App Store ihre Leistung nicht teurer als außerhalb anzubieten und verlangt gleichzeitig 30 Prozent Provision. Das trifft Anbieter von Musik, Büchern, Zeitschriften und Tageszeitungen gleichermaßen.

Da der App Store 2010 mit 1,1 Milliarden Dollar Umsatz der erfolgreichste digitale Marktplatz war und Apple gleichzeitig Marktführer bei portablen Computern (Laptops und Tablets) wurde, besitzt Apple eine marktbeherrschenden Stellung, die es laut den strengen US Anti Trust Gesetzen nicht mißbrauchen darf.

Quelle: Bloomberg

Neues Apple Abo Modell: alles ganz einfach?

Apple gab diese Woche die Regeln für sein neues Abo Modell im Store bekannt – und erntete durchwegs enttäuschte und wütende Reaktionen von Verlagen, Buchhändlern, Musik- und Videoanbietern.

Die Apple Regeln lauten: das Abomodell gilt für eine Woche, einen Monat oder ein Jahr; falls der Kunde in der App kauft, muss das ohne Ausnahme über den App Store laufen und bedeutet eine 30 prozentige Abgabe an Apple; falls ein Kunde sein Einverständnis dazu erteilt, gibt Apple die persönlichen Daten an den Anbieter weiter.

Es ist natürlich möglich, dass ein Verlag sein Abo direkt über die eigene Website anbietet; dann bekommt der Leser beispielsweise einen Code, mit dem er das Abo in der App freischalten kann. In der App darf der Abopreis aber nicht höher sein, als sonstwo im World Wide Web.

Dazu meldete sich Steve Jobs vom Krankenstand mit dem Satz: „Unsere Philosophie ist ganz einfach – wenn Apple einen neuen Käufer für die App bringt, verdient Apple einen Anteil von 30 Prozent, und wenn der Verlag einen bestehenden oder neuen Abonnenten zu der Anwendung bringt, bekommt der Verlag hundert Prozent und Apple verdient nichts.“

Das klingt gerecht und ausgewogen, die Tücke liegt jedoch im Detail.

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Merry Christmas, Mr. Jobs!

Lieber Mr. Jobs,

gerade wurden Sie von der „Financial Times“ zum Unternehmer des Jahres gekürt; ihr Unternehmen, Apple, überholte 2010 den bisherigen Marktführer Microsoft und wuchs zur größten Technologiefima der Welt heran. Das bedeutet, dass Apple’s Aktienwert in den letzten zehn Jahren um eintausend Prozent zulegte. Größer als Apple ist laut dem Standard & Poor „S&P 500“ Index nur noch der Mineralölkonzern Exxon.

Die Stufen, die Apple zur Vizeweltmeisterschaft führten, waren: der iMac (1998), der iPod (2001), iTunes (2003), der „Intel-Switch“ auf dem MacBook (2006), das iPhone (2007) und in diesem Jahr das iPad.

Der Analyst emarketer.com schätzt die Verkaufsmenge für das Apple Tablet auf 13,3 Millionen in 2010. Damit wurde das iPhone überholt, das in 2008 etwa 12 Millionen Stück verkaufte. Emarketer prognostiziert 34 Millionen iPad’s in 2011 und 56 Millionen in 2012. Während heute das iPad 85 % Marktanteil bei den Tablets hält, werden das 2012 immerhin noch 69 % sein.

Der US-Marktforscher Harris erfragte im Auftrag von Fuse Box für 2014, dass 20 % aller erwachsenen Amerikaner einen Tabletcomputer benutzen werden: das ist, so Fuse Box Chef Jeff Cavins, „der Eintritt in eine neue „Post – PC“ Ära, in der auch das Business-Computing neu erfunden wird.“

Auch andere Medien werden sich im Tablet Computer neu erfinden. Dazu gehören Bücher, Zeitschriften und Magazine. Gerade durch die technische Verschlossenheit des iPad wächst hier die Chance heran, wertige Produkte zum vernünftigen Preis anzubieten.

Obwohl Kritiker sich gerne über den fehlenden USB Anschluss, das unsichtbare Dateisystem und sonstige Einschränkungen des iPad ärgern, kauft kaum ein Kunde die offen konziperten Geräte der Konkurrenz. Für Medienverlage ist das eine gute Nachricht.

Merry Christmas, Mr. Jobs!

iAd zwängt Werbung auf das iPad

Werbung auf dem iPad? Steve Jobs gab bereits im April die Antwort darauf: das „iAd“ Format soll in revolutionärer Weise Werbebotschaften, Interaktion und Lokalisierung verbinden. Gleichzeitig will Apple, so Steve Jobs, den beginnenden Wildwuchs an Werbebotschaften innerhalb von Apps in den Griff bekommen und so den iNutzern eine tolle, einheitlich funktionale „Experience“ bieten.
Dieses Unterfangen, aus der Sicht der Kalifornier eine logische Erweiterung der bisher erfolgreichen Vertikalstrategie, bindet nun Werbeagenturen in den gleichen Kontrollprozess ein, den auch App Programmierer durchlaufen müssen. Gleichzeitig besteht Apple auf der kompletten Umsetzung von iAd Werbung durch eigene Programmierer.

Disney bewirbt seit 15.12. in USA den Film „Tron“, das iAd erscheint innerhalb von Apps, die iAd Werbung enthalten.

Endlich hat Apple einen willigen Partner gefunden (Steve Jobs ist Anteilseigner an Disney und sitzt dort im Vorstand). Einfach ist die Zusammenarbeit mit den iPad Machern nämlich nicht: einerseits nimmt Apple eine Agenturprovision von 40 Prozent (der Rest geht an die werbetragende App), auf der anderen Seite ist man in Cupertino recht wählerisch.

So ging im Herbst ein Zehn Millionen Auftrag von Adidas in die Binsen, weil Apple die Designvorschläge aus Herzogenaurach drei mal in Folge ablehnte. Ähnlich erging es Chanel, das ebenfalls genervt aus dem iAd Prozess ausstieg.

In Europa kommen iPad Besitzer ab nächster Woche in den Genuss einer Unilever Kampagne zu Lynx Deoprodukten.

Quelle: The Week, MacNotes