Archive | Kunst

Das iPad als Leinwand

Dieses Bild malte der Künstler Michael J. Hildebrand (Memphis, Tennessee) mit der App „Brushes“ auf dem iPad. Brushes erlaubt den Export des aktuellen Bildschirminhalts auf externe Geräte – so entstand das Video im Zeitraffer:


Work-in-Progress (showing the stages of this ipad sketch so far) from killingclipart on Vimeo.

Brushes wird mit dem Finger auf dem Tablet bedient; oft liest man den Einwand, mit dem Finger könne auf dem Pad nicht genau gemalt werden, besonders Schraffuren seien unmöglich. Es gibt verschiedene Stifte für das iPad, wesentlich exakter als mit der Fingerkuppe funktioniert aber keiner.

Ab Februar soll es einen Pinsel für das iPad geben.

Mehr zu Michael J. Hildebrand findet man auf seinem Blog und auf seiner Homepage.

Der Philosoph mit dem iPad

Platon selbst wollte nicht als Plastik dargestellt werden. Schließlich ergibt sich daraus nur ein Abbild des Originals – aus der Sicht des Athener Philosophen eine völlig unnötige Verdopplung eines real bereits existierenden Objektes. Dann noch mit iPad in der Hand. Das hätte Platon als Irreführung klassifiziert.

Der kalifornische Bildhauer Adam Reeder beschäftigt sich mit moderner Kommunikationstechnik und wie sie die Interaktionsformen unserer modernen, westlichen Kultur verändert. Ob er deshalb auch Schnellbildhauerei praktiziert („Adam Reeder Sculpts a Head in Less Than 50 Minutes“) erklärt er selbst nicht – dafür lässt er beispielsweise den Göttervater Zeus mit dem iPhone Blitze herbeirufen

Das iPad und die Kunst

Zehn Schläge mit dem Vorschlaghammer hat es ausgehalten: dann nahm Michael Tompert eine Lötlampe und heizte sein iPad so lange auf, bis es von innen zerplatzte. In der White Space Gallery in Palo Alto sind großformatige Fotos weitere zerstörte Apple-Geräte ausgestellt – darunter ein erschossenes MacBook und eine zersägte Apple-Maus.

Michael Tompert ist gebürtiger Stuttgarter und studierte an der Kunstakademie in San Franzisco Grafikdesign.

Kunst: Tony Oursler im unheimlichen Tal

Das Adobe Art Museum zeigt aktuell eine Flash-Ausstellung des amerikanischen Installationskünstlers Tony Oursler; er ist bekannt für seine „Dummies“, amorphe Wesen, die, mit Videoprojektoren angestrahlt, oft gewichtige Monologe deklamieren. In Flash wirkt das weniger bedrohlich als in realen, abgedunkelten Räumen – dafür ist das Adobe Museum rund um die Uhr geöffnet.

In der Ausstellung „Uncanny Valley“ flasht Oursler im Spannungsfeld zwischen virtuellem Dasein und Real-Life in Form einer auf Klick sprechenden Seifenblase. „Uncanny Valley“ ist ein Synonym für die Theorie des Japaners Masahiro Mori, Roboter würden, je menschenähnlicher sie gestaltet sind, Unbehagen bei Menschen erzeugen. Ist, so Oursler, nicht auch das Internet in seiner Gesamtheit ein Spiegel menschlichen Bewußtseins? Es nähert sich dem Menschen immer mehr an, und erzeugt so das „Unheimliche Tal“.
Das wird in der Ausstellung durch befremdende Installationen reflektiert: Dämonen schaukeln im Sturm, ein aufreizender Mund verströmt synthetische Sprachen, „Sex“ wird durch eine schwitzende Tortengrafik auf statistische Werte reduziert.

Das Adobe Art Museum wurde im Oktober 2010 eröffnet. Das gewaltige, virtuelle Gebäude steht überall und nirgendwo – am besten man besucht es online unter Adobe Art Museum.