Archive | Rezension

Indie – Autorenporträt: Scott Nicholson

Scott Nicholson lebt in den Blue Ridge Mountains, North Carolina. Der US-Bestseller Autor ist im Thriller und Horror – Business zu Hause und hat bereits über sechzig Kurzgeschichten, fünfzehn Thriller, vier Comic Serien und sechs Drehbücher geschrieben. Seine übersetzten Bücher erscheinen zur Zeit auch bei uns – es ist an der Zeit, dem Autor ein paar Fragen zu stellen!

Scott, wie entwickelt sich aus deiner Sicht der US-amerikanische E-Book-Markt für Selbstverleger?

Ich glaube, dass wir uns in einem Goldenen Zeitalter befinden. Die Möglichkeiten, Leser zu finden, sind jetzt ungeheuer groß, aber gleichzeitig hat auch der Wettbewerb unter den Autoren dramatisch zugenommen. Immer mehr Leser kaufen sich Tablets und andere Geräte, während die großen Verlage noch zögern, sich voll und ganz auf E-Books einzulassen. Deshalb sind mutige Autoren mit guten Geschichten und entsprechendem Können in der Lage, selbst ihr Publikum finden. Vielen Autoren, die ich kenne und die den großen Verlagen den Rücken gekehrt haben, geht es als Selbstverlegern jetzt ungleich besser.

Scott Nicholson mit Kindle

Scott Nicholson

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Indie – Autorenporträt: Cathy McAllister

Cathy McAllister’s Entschluss, als selbstverlegende Indie-Autorin ihre Bücher in eigener Verantwortung zu verlegen, entstand nicht etwa aus der Verlegenheit, keinen Verlag zu haben: sie veröffentlichte unter Pseudonym bereits mehrere Bücher bei renommierten Verlagen wie Ullstein oder C. Bertelsmann.

Cathy, wie kommt man dazu, dann trotzdem den eigenen Weg zu suchen?

Cathy McAllister

Cathy McAllister

Nun, ich hatte eine längere Schreibpause, während ich in Afrika war (2009-2010) und als ich mit einem neuen Projekt bei Agenturen anklopfen wollte, bekam ich meist zur Antwort, dass mein Manuskript zwar gut geschrieben sei, aber das Genre (Historischer Roman) nicht mehr so gut laufen würde. Ich hatte vorher Erotik geschrieben und wollte nun davon weg und unter anderem Namen schreiben. Das wiederum war den Agenten nicht so recht. Also entschied ich mich, es auf eigene Faust zu versuchen. Was hatte ich zu verlieren?

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Kindle eBook: der Fantasy Roman „Die Gestoßenen“ von Stefan M. Fischer

Zauberlehrling Tarabas fühlt sich zu Höherem berufen und tritt in das Heer des Hornissengenerals ein, um auf dem Schlachtfeld Ruhm zu ernten. Ziel des Feldzuges ist Abandonien, ein Land, in dem Andersartige leben. In seinem skurrilen Fantasy Roman „Die Gestoßenen“ streift Autor Stefan M. Fischer die Scheibenwelten von Terry Pratchett und findet doch zu einem ganz eigenen Stil.

„Die Geschichte von Tarabas ist eine Parabel auf die Gesellschaft und ihre Randgruppen“, sagt Stefan M. Fischer, „ und ich habe versucht, den irrationalen Hass auf die, die uns fremd erscheinen, in meinem Fantasy Roman abzubilden.“ Seine Liebe zum Film beeinflusst Stefans Stil: Er schreibt szenisch und lässt im Kopf des Lesers Bilder entstehen. „Ich bin kein Freund von Erklärungen und Wertungen. Ich schreibe lieber Drehbücher für den Kopf.“
Wir trinken einen Cappuccino in einem Café beim Nürnberger Hauptbahnhof. Stefan schreibt Bücher und inszeniert auch eigene Dialoge mit professionellen Schauspielern, die man auf Youtube sehen kann:

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Kindle eBook: der Thriller „Visionen“ von Thomas Sillmann

Thomas Sillmann wandert in seinem Roman „Visionen“ ein Stück in den Schuhen von Stephen King. King‘s Schuhe mögen ein paar Nummern größer sein, doch Sillmann behält sie bis zum Ende der Geschichte an. Das ist bemerkenswert. Der Roman fesselte mich von Anfang bis Ende an mein iPad.

„Visionen“ ist ein Horror Thriller, der aus der Grundrezeptur: Fehltritt, Reue, Liebe, Tod und überraschender Wendung ein albtraumartiges Angstszenario entwirft, das in einem einsamen Ferienhaus auf Rügen blutig explodiert. Das Rezept ist stimmig, der Schreibstil passend, der Spannungsbogen hält – warum also lauter Absagen von Literaturagenten, wie der Autor weiter unten im Interview beschreibt? Ein Rätsel, das sich nur damit erklären lässt, dass der klassische Literaturbetrieb längst in seinen eigenen Kreisen köchelt. Da werden nur noch „sichere“ Autoren mit „sicheren“ Projekten in die Verwertungsmaschine geworfen.

Das Menetekel für die Verlage findet sich in der aktuellen Bestsellerliste von USA Today: Am 20.10.2011 stehen auf den vorderen Plätzen 13, 20 und 30 drei Bücher, die als „self-published via Amazon“ ausgezeichnet sind. Insgesamt haben es in dieser Woche neun Indie Autoren ohne Verlagsunterstützung in die Top 150 meistverkauften Bücher der Vereinigten Staaten geschafft.

Auf unserer Seite des Atlantiks hat mir Thomas Sillmann einige Fragen beantwortet:

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Kindle eBook: der Fantasy Roman „Die Ewigen“ von Tina Sabalat

Unsterbliche Kreuzritter, ein Schwert im Felsgestein, ein geheimnisvoller Orden, magische Kräfte, 800 Seiten … das klingt nach einem Schmöker vom Gewicht eines Ziegelsteins. Doch mit der Figur Shara, der unfreiwilligen Lichtgestalt eines geheimnisvollen Ritterordens, verleiht Tina Sabalat ihrem Roman eine zauberhafte Leichtigkeit.

Einem Lektor würde es sicher in den Fingern kribbeln, diese achthundert Seiten auf vierhundert runter zu bügeln. Wir haben uns an kantenloses und stromlinienförmiges Fast Food vom Literaturfließband gewöhnt, unsere Geschmacksnerven sind kaputtlektoriert. Zeit, mal wieder ein Buch zu lesen, das völlig naturbelassen ist: Hier schreibt ein Mensch und kein Lektorenkollegium.
Der Roman „Die Ewigen“ bahnt sich seinen Weg wie ein Wasserlauf – mal munter fließend, mal in behaglicher Trägheit, mal in brausender Geschwindigkeit. Dass dieses Fließen nicht zum Stillstand kommt, dafür sorgt die lebensfrohe Hauptperson Shara, die sich als mächtige Königin eines tausendjährigen Ordens ihren eigenen Kopf bewahrt und den der Ritter gehörig verdreht.

Tina Sabalat ist bei Facebook anzutreffen und hat mir einige Fragen beantwortet: Continue Reading →

Kindle eBook: der Science-Fiction Roman „Wespenfalle“ von Rolf Pleß

Zwischen den blutigen Schlachtfeldern der „Military SF“, den Cyber-Digitalwelten und den Dampfraumschiffen der Steampunker hat klassische Science Fiction im Stil eines Heinlein, Asimov oder Lem einen schweren Stand. Hier öffnet sich eine Nische für selbstverlegende Indie Autoren. Rolf Pleß hat sich den Traum, selbst ein eBook zu schreiben, erfüllt und berichtet auf xtme über seine Erfahrungen – Schreiben, Konvertierung, Verkaufsplattformen, Bewertungen und Marketing.

„Wespenfalle“ ist ein Indie eBook mit allen Ecken und Kanten. Ja, man findet hin und wieder einen Flüchtigkeitsfehler im Text, und ja… mit Lektorat wäre das Buch vielleicht noch konziser geworden. Trotzdem liest sich die Geschichte einer hoffnungsvollen Sternenfahrt gut und spannend: Als die Mannschaft der ersten interstellaren Expedition aus dem Reiseschlaf erwacht, findet sie sich weitab vom geplanten Ziel in einem unbekannten System wieder. Eines ist klar: Der Kurs wurde nach dem Start von einem Besatzungsmitglied manipuliert. Die Suche nach dem Schuldigen beginnt – doch da lauert noch eine Gefahr im Weltraum …

Rolf Pleß hat sich für ein Interview auf xtme bereit erklärt.

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