Archive | Selbstverlag

Kindle eBook: der Fantasy Roman „Die Gestoßenen“ von Stefan M. Fischer

Zauberlehrling Tarabas fühlt sich zu Höherem berufen und tritt in das Heer des Hornissengenerals ein, um auf dem Schlachtfeld Ruhm zu ernten. Ziel des Feldzuges ist Abandonien, ein Land, in dem Andersartige leben. In seinem skurrilen Fantasy Roman „Die Gestoßenen“ streift Autor Stefan M. Fischer die Scheibenwelten von Terry Pratchett und findet doch zu einem ganz eigenen Stil.

„Die Geschichte von Tarabas ist eine Parabel auf die Gesellschaft und ihre Randgruppen“, sagt Stefan M. Fischer, „ und ich habe versucht, den irrationalen Hass auf die, die uns fremd erscheinen, in meinem Fantasy Roman abzubilden.“ Seine Liebe zum Film beeinflusst Stefans Stil: Er schreibt szenisch und lässt im Kopf des Lesers Bilder entstehen. „Ich bin kein Freund von Erklärungen und Wertungen. Ich schreibe lieber Drehbücher für den Kopf.“
Wir trinken einen Cappuccino in einem Café beim Nürnberger Hauptbahnhof. Stefan schreibt Bücher und inszeniert auch eigene Dialoge mit professionellen Schauspielern, die man auf Youtube sehen kann:

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Kindle eBook: der Thriller „Visionen“ von Thomas Sillmann

Thomas Sillmann wandert in seinem Roman „Visionen“ ein Stück in den Schuhen von Stephen King. King‘s Schuhe mögen ein paar Nummern größer sein, doch Sillmann behält sie bis zum Ende der Geschichte an. Das ist bemerkenswert. Der Roman fesselte mich von Anfang bis Ende an mein iPad.

„Visionen“ ist ein Horror Thriller, der aus der Grundrezeptur: Fehltritt, Reue, Liebe, Tod und überraschender Wendung ein albtraumartiges Angstszenario entwirft, das in einem einsamen Ferienhaus auf Rügen blutig explodiert. Das Rezept ist stimmig, der Schreibstil passend, der Spannungsbogen hält – warum also lauter Absagen von Literaturagenten, wie der Autor weiter unten im Interview beschreibt? Ein Rätsel, das sich nur damit erklären lässt, dass der klassische Literaturbetrieb längst in seinen eigenen Kreisen köchelt. Da werden nur noch „sichere“ Autoren mit „sicheren“ Projekten in die Verwertungsmaschine geworfen.

Das Menetekel für die Verlage findet sich in der aktuellen Bestsellerliste von USA Today: Am 20.10.2011 stehen auf den vorderen Plätzen 13, 20 und 30 drei Bücher, die als „self-published via Amazon“ ausgezeichnet sind. Insgesamt haben es in dieser Woche neun Indie Autoren ohne Verlagsunterstützung in die Top 150 meistverkauften Bücher der Vereinigten Staaten geschafft.

Auf unserer Seite des Atlantiks hat mir Thomas Sillmann einige Fragen beantwortet:

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Kindle eBook: der Fantasy Roman „Die Ewigen“ von Tina Sabalat

Unsterbliche Kreuzritter, ein Schwert im Felsgestein, ein geheimnisvoller Orden, magische Kräfte, 800 Seiten … das klingt nach einem Schmöker vom Gewicht eines Ziegelsteins. Doch mit der Figur Shara, der unfreiwilligen Lichtgestalt eines geheimnisvollen Ritterordens, verleiht Tina Sabalat ihrem Roman eine zauberhafte Leichtigkeit.

Einem Lektor würde es sicher in den Fingern kribbeln, diese achthundert Seiten auf vierhundert runter zu bügeln. Wir haben uns an kantenloses und stromlinienförmiges Fast Food vom Literaturfließband gewöhnt, unsere Geschmacksnerven sind kaputtlektoriert. Zeit, mal wieder ein Buch zu lesen, das völlig naturbelassen ist: Hier schreibt ein Mensch und kein Lektorenkollegium.
Der Roman „Die Ewigen“ bahnt sich seinen Weg wie ein Wasserlauf – mal munter fließend, mal in behaglicher Trägheit, mal in brausender Geschwindigkeit. Dass dieses Fließen nicht zum Stillstand kommt, dafür sorgt die lebensfrohe Hauptperson Shara, die sich als mächtige Königin eines tausendjährigen Ordens ihren eigenen Kopf bewahrt und den der Ritter gehörig verdreht.

Tina Sabalat ist bei Facebook anzutreffen und hat mir einige Fragen beantwortet: Continue Reading →

Kindle eBook: der Science-Fiction Roman „Wespenfalle“ von Rolf Pleß

Zwischen den blutigen Schlachtfeldern der „Military SF“, den Cyber-Digitalwelten und den Dampfraumschiffen der Steampunker hat klassische Science Fiction im Stil eines Heinlein, Asimov oder Lem einen schweren Stand. Hier öffnet sich eine Nische für selbstverlegende Indie Autoren. Rolf Pleß hat sich den Traum, selbst ein eBook zu schreiben, erfüllt und berichtet auf xtme über seine Erfahrungen – Schreiben, Konvertierung, Verkaufsplattformen, Bewertungen und Marketing.

„Wespenfalle“ ist ein Indie eBook mit allen Ecken und Kanten. Ja, man findet hin und wieder einen Flüchtigkeitsfehler im Text, und ja… mit Lektorat wäre das Buch vielleicht noch konziser geworden. Trotzdem liest sich die Geschichte einer hoffnungsvollen Sternenfahrt gut und spannend: Als die Mannschaft der ersten interstellaren Expedition aus dem Reiseschlaf erwacht, findet sie sich weitab vom geplanten Ziel in einem unbekannten System wieder. Eines ist klar: Der Kurs wurde nach dem Start von einem Besatzungsmitglied manipuliert. Die Suche nach dem Schuldigen beginnt – doch da lauert noch eine Gefahr im Weltraum …

Rolf Pleß hat sich für ein Interview auf xtme bereit erklärt.

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eBooks: die Chance der Autoren

Für Schriftsteller beginnt das digitale Zeitalter jetzt: mit Amazons Kindle Shop, Apple’s iBooks und vielen kleineren auch nationalen Anbietern. Hier treten Indie Autoren im direkten Wettstreit mit den klassischen Buchverlagen an. Die Verlage versuchen, die Preise für eBook Ausgaben an die Print Versionen zu binden, die Bücher freier Autoren sind meist günstiger. Während freie Autoren 70 % des Netto Verkaufspreises bekommen, zahlen Verlage etwa 15 % aus.

Dabei entstehen für die Buchverlage zwei Gefahren: einmal die schiere Masse an Indie Autoren, die mit Kampfpreisen ihre Werke in die virtuellen Buchläden werfen und damit auch Leser finden. Und dann natürlich die etablierten Schriftsteller, die über den Unterschied zwischen 70 und 15 Prozent nachdenken.

Der US Bestsellerautor Barry Eisler rechnet es vor: bietet der Verlag sein Buch um 9,99 Dollar im Kindle Shop an, bleiben ihm als Autor bei 15 Prozent Ausschüttung brutto ein Dollar fünfzig übrig. Verkauft er sein Buch selbst um 4,99 $, verdient er brutto 3,50 Dollar pro verkauftem Buch – mehr als das Doppelte! Er schlug ein 500.000 Dollar Angebot seines Verlages aus und verlegt seine Thriller als eBook jetzt selbst.

Für den Schriftsteller muss sich die Frage stellen: Wozu einen Verlag zwischenschalten? Continue Reading →

Selbst ein eBook erstellen: Amazon Kindle

Seit April dieses Jahres führt Amazon seinen Kindle eBook Shop in Deutschland – und hat zeitgleich das Kindle Direct Publishing Portal für deutsche Autoren geöffnet. Amazon, der in USA geschätzte 70 % Marktanteil an eBooks hält, plant für Herbst den neuen Kindle, von dem lt. Amazon Wunderdinge zu erwarten sind. Zeit, sich die Option anzusehen, ein Buch selbst auf Amazon zu veröffentlichen.

Was ist der Vorteil, vorbei an allen Dienstleistern wie epubli, BOD, lulu oder smashwords zu publizieren? Keine Vertragsbindung, keine Abgabe von Tantiemen, keine Rechteabgabe – man bleibt sein eigene Autor bzw Herr. Dafür veröffentlicht man nur bei Amazon. Da ist „nur“ allerdings eine kleine Untertreibung …

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eBook erstellen: Zehn Tipps zum erfolgreichen Publizieren

Brian S. Pratt las als Taxifahrer in seinen Standzeiten gerne dicke Fantasyschmöker; doch er las schneller, als seine Lieblingsautoren schreiben konnten. Also legte er selbst los und verfasste in sagenhafter Geschwindigkeit mehrere fette Romane: „The Morcyth Saga“ (sieben Bände) und „The Broken Key“ (drei Bände). Er selbst umschreibt seine Eignung zum Autor vorsichtig: „Ich verwende nicht gerade die Worte, die in traditionellen Büchern verwendet werden, manche sagen auch, mein Stil ist primitiv.“

Egal. Warum sich mit Kleinigkeiten aufhalten – Brians Werke waren zu Beginn „voller Fehler, vor allem was Grammatik, Rechtschreibung und Interpunktion betrifft“ aber „in den folgenden Ausgaben wurde das meiste davon korrigiert“.

Brian suchte erst gar nicht nach einem Verlag, sondern veröffentlichte sein erstes Buch selbst auf Smashwords. Die ersten Leserreaktionen waren vernichtend („Im Präsens zu schreiben wirkt amateurhaft“) und die Umsätze rundeten dieses Bild ab – im ersten Quartal 2009 nahm Brian gerade 7,92 $ ein. „Ich bekam den Scheck an meinem Geburtstag. Cool! dachte ich, jemand hat mein Buch gekauft!“

Das taten danach noch mehr Leute: im dritten Quartal 2010 lautete der Scheck auf 18.692,- $ und im vierten Quartal 2010 auf 25.500,- $. 2011 wird er wohl über 100.000 $ verdienen. Wie hat Brian S. Pratt das geschafft? Auf seiner Homepage hat er einige Tipps zum Eigenverlag veröffentlicht, die ich hier in 10 Punkten zusammenfasse:

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Selbst ein eBook erstellen: Vermittlung

Im letzten Post habe ich zum Eigenverlag von eBooks bei Amazon und Apple geschrieben. Dieser Weg verlangt vom Autor beträchtliche Anstrengungen, was das Durchqueren des US Steuerdschungels und das Entwirren technischer Knoten (epub – Format) angeht.

Einfacher wird es, wenn man sich einen Vermittler nimmt, der als Verlag auftritt, gleichzeitig dem Autor aber hohe Beweglichkeit belässt.

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