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Das eBook und die Buchpreisbindung

eBooks, die in Deutschland verlegt werden, fallen unter die Buchpreisbindung. Der Verleger muss einen Preis festsetzen, den kein Händler verändern darf. Nach Auskunft des Justiziars des Börsenvereines, Dr. Christian Sprang, darf der Verleger den Preis seines Buches jederzeit verändern, so lange er an allen Verkaufsstellen der gleiche ist: „Preis­bin­dung heißt also nur, dass je­des Buch min­des­tens 18 Mo­nate lang übe­r­all das­selbe kos­tet, nicht, dass es 18 Mo­nate lang den­sel­ben Preis hat.“ (Aktualisierung: 13.1.2012)

Die Buchpreisbindung soll das Kulturgut Buch schützen – für den Leser bleibt damit laut Gesetzgeber eine breite Literaturpalette in einem weit gefächerten Buchhandel erhalten. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels setzt das elektronische Buch einer gedruckten Ausgabe gleich, obwohl sich das digitale Biotop in wesentlichen Punkten von der stofflichen Welt unterscheidet – und eine Preisbindung durch das „Agenturmodell“ der großen eBook – Händler faktisch gegeben ist. Continue Reading →

ebook Studie: Die US Publikumsverlage lieben Apple, aber verdienen mit Amazon

Fast achtzig Prozent der US Publikumsverlage bieten bereits eBooks an: erstens, weil es Umsatz bringt und zweitens, weil die Kundennachfrage steigt. Vor drei Jahren erklärte noch jeder zweite Verlag, mit elektronischen Büchern nichts am Hut zu haben.

Wie der Publishing-Dienstleister aptara in seiner jährlich erscheinenden eBook-Umfrage erhob, erwirtschaftet 2011 bereits ein Fünftel der befragten 1.350 US Verlage mehr als zehn Prozent seines Umsatzes rein elektronisch.

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Amazon bringt 2011 die meisten Verkäufe

Der größte Absatzkanal für eBooks ist in USA immer noch Amazon mit 38 Prozent Anteil, über den iBook Store von Apple verkaufen gerade zwei Prozent der Verlage am meisten Bücher. Stärker verkaufen verlagseigene Plattformen (25 %) und all die übrigen eBook Anbieter (16 %). Schlusslicht ist der Sony eBook Store, dem in dieser Untersuchung glatte null Prozent den höchsten Absatzanteil zuweisen.

Interessant finde ich, dass Amazon mit über 50 Prozent der stärkste Verkäufer für Unterhaltungsliteratur ist; alle anderen Segmente, vom Schulbuch bis hin zu wissenschaftlichen Publikationen, verkaufen mehr über verlagseigene Portale.

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Kindle 4: So schlägt Amazon das iPad

Kurz vor der offiziellen Präsentation des Kindle 4 Tablet, das nach neuesten Gerüchten „Kindle Fire“ heißen soll, hat Amazon erste Informationen zu den Inhaltsdiensten auf dem neuen Kindle veröffentlicht: 11.000 Filme und TV Sendungen wird das Kindle Fire transportieren, dazu Magazine der Verlage Hearst, Conde Nast und Meredith.

Da das Kindle 4 von Quanta designed wurde, geht man davon aus, dass es dem Motorola Playbook (Abbildung) ähneln könnte.

Wie auch immer: Tablets bestehen aus einem Display und einem möglichst schmalen Rand drum herum. Auf den Inhalt kommt es an! Hier hat Apple mit seinem berstend angefüllten App Store die Nase weit vorn – was wird Amazon als weltweit größte Handelsplattform auf seinem Tablet bieten?

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Schlechte Aussichten für das Kindle 4?

Amazon peilt für 2011 vier Millionen verkaufte „Kindle 4“ Tablet Reader an. Das neue Lesegerät „Amazon Kindle“ soll im vierten Quartal 2011 erscheinen und wird mit einem 7 Inch (18 cm) Display deutlich kleiner als das iPad mit seinen 9,7 Inch (24 cm) sein. Das, so vermutet die Branche, könnte die Erfolgsaussichten des Kindle 4 mindern.

Schon Steve Jobs hatte 7 Inch Tablets abgelehnt: Apple habe in umfangreichen Befragungen herausgefunden, dass kleinere Bildschirme von den Nutzern nicht angenommen werden. Diese Worte wurden durch dem Erfolg des iPad unterstrichen: der Weltmarkt soll dieses Jahr 55 Millionen Tablets aufnehmen – Apple hält davon über sechzig Prozent Marktanteil. Das beirrt Amazon nicht; wie von den Herstellern zu hören ist, werden bis Ende September 2011 bereits eine Million Kindle 4 produziert sein. Continue Reading →

Das Drama des Buchhandels

Das zweite Quartal 2011 brachte dem Online Buchhändler Amazon einen wahren Geldregen: der Umsatz stieg zum Vorjahreszeitraum um sagenhafte 51 Prozent auf fast 10 Milliarden Dollar. Dabei war, so Amazon, das Kindle mit seinen inzwischen 950.000 verfügbaren eBook Titeln einer der Wachstumstreiber.

Auf der anderen Seite des literarischen Universums nennen die deutschen Buchhändler in der „Konjunkturumfrage Buchhandel 2011“ Privatkunden und Schulen als zuverlässigste Kunden und bemerken, dass Taschenbücher in 2010 gut gelaufen sind. Als wichtiges neues Projekt bezeichnen die Buchhändler vor allem eine bessere Webpräsenz.

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Interview mit Rainer Schölzhorn: Macht das eBook den Buchhandel kaputt?

Es ist ein lauer Juniabend im verzauberten Park von Schloss Pienzenau in Meran. Unter dem dichten Blattwerk hundertjähriger Bäume, untermalt vom leisen Plätschern eines Brunnens und sanft aus versteckten Lautsprechern chillender Ambient Music, treffe ich Rainer Schölzhorn, Buchhändler, Unternehmer und Querdenker.

Rainer betreibt in zweiter Generation die „Buchhandlung Alte Mühle“ in der beliebten Kurstadt im Herzen Südtirols: „Natürlich kaufen auch meine Kunden bei Amazon und natürlich werden sie auch eBooks lesen. Ich als Buchhändler freue mich darüber, wenn mehr gelesen wird. Denn das belebt auch mein Geschäft mit Büchern aus Papier.“

„Wirklich?“, wende ich ein, „wenn ich mich erinnere, was mp3 und iTunes aus dem Plattenmarkt und dem guten alten Musikladen gemacht haben…“
„Der Massenbuchmarkt wird sicher immer mehr zu den großen Drei: Amazon, Apple und Google übergehen. Das trifft die Buchhandelsketten wie Thalia oder Hugendubel besonders. Letztendlich verkaufen die ihre Bücher vor allem über einen reinen Standortvorteil und ein elektronisch optimiertes Massensortiment. Das aber kann ein Google oder Amazon besser. Da der Point of Sale im Massenbuchmarkt sich immer mehr in den PC, das Kindle oder das iPad hinein bewegt, sieht die Zukunft für Superbuchmärkte sicher nicht rosig aus.“ Continue Reading →

iPad 2: lohnt sich das?

Das iPad 2 wirkt auf ersten Blick als wirklich kleiner Schritt – dabei ist er für Apple mit Sicherheit ein großer. Es werden damit nämlich gleich mehrere Käufergruppen befriedigt:

– die, die noch kein iPad haben und jetzt natürlich „das Neue“ wollen. Denn schließlich ist das iPad 2 noch magischer und revolutionärer als das alte

– die iPad Besitzer, deren Gerät noch keine drei Monate alt ist und denen der Produktzyklus jetzt etwas zu schnell verläuft; so viel magischer und revolutionärer ist das neue nun auch wieder nicht

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Das Berliner Verleger – Manifest: Die Rettung der Verlage?

Im „Annual Report on American Journalism 2011“ wurde der Finger schon auf die Wunde gelegt: die entscheidende Herausforderung für das Geschäft der Verleger mit Zeitungen und Zeitschriften liegt im digitalen Bereich – und hier hat die Nachrichtenindustrie die Kontrolle über ihre eigene Zukunft bereits verloren.

Das digitale Anzeigengeschäft haben die Verlage an Vermittler abgegeben, die Verbreitung ihrer Produkte an Aggregatoren wie Google und Facebook. Und jetzt, wo endlich die Tablet – Computer auf den Markt kommen, auf denen tatsächlich Zeitschriften gelesen werden könnten, müssen die Verleger die Vorgaben der Hersteller wie etwa Apple (iPad), Google (Android) oder Amazon (Kindle) befolgen. Diese neuen globalen Aggregatoren, Verteiler und Entwickler greifen sich ungeniert unverhandelbare Provisionen und vermarkten die Inhalte der Verlage nach eigenen Regeln.

In 2010 haben laut dem „Annual Report of American Journalism“ zum ersten mal mehr Menschen Nachrichten im Web gelesen als über Papierzeitschriften. Das führt letztendlich zu noch dünner besetzten Redaktionen, zu mehr freischaffenden Bloggern und einer dezentralen Nachrichtenorganisation, die mehr und mehr Bereiche unserer Umwelt redaktionell nicht mehr abdeckt.

Da hilft tatsächlich nur noch ein Manifest:

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