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Das eBook und die Buchpreisbindung

eBooks, die in Deutschland verlegt werden, fallen unter die Buchpreisbindung. Der Verleger muss einen Preis festsetzen, den kein Händler verändern darf. Nach Auskunft des Justiziars des Börsenvereines, Dr. Christian Sprang, darf der Verleger den Preis seines Buches jederzeit verändern, so lange er an allen Verkaufsstellen der gleiche ist: “Preis­bin­dung heißt also nur, dass je­des Buch min­des­tens 18 Mo­nate lang übe­r­all das­selbe kos­tet, nicht, dass es 18 Mo­nate lang den­sel­ben Preis hat.” (Aktualisierung: 13.1.2012)

Die Buchpreisbindung soll das Kulturgut Buch schützen – für den Leser bleibt damit laut Gesetzgeber eine breite Literaturpalette in einem weit gefächerten Buchhandel erhalten. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels setzt das elektronische Buch einer gedruckten Ausgabe gleich, obwohl sich das digitale Biotop in wesentlichen Punkten von der stofflichen Welt unterscheidet – und eine Preisbindung durch das „Agenturmodell“ der großen eBook – Händler faktisch gegeben ist. Continue Reading →

eBook Verkäufe wachsen in USA um 131 Prozent

Der US-Buchmarkt erlebt die größte Veränderung seit Bestehen: Die eBook Verkäufe nehmen rasant zu, gleichzeitig verlieren die klassischen gedruckten Bücher stark an Boden. Die „Association of American Publishers“ (AAP) hat vor Weihnachten die neuesten Zahlen von achtzig US-Verlagen zum laufenden Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht: Gegenüber 2010 hat sich der Umsatzanteil der eBooks um 131 Prozent auf über 800 Millionen $ erhöht.

Der gesamte Buchumsatz der achtzig befragten Publikumsverlage sank von knapp 5 Milliarden Dollar (Januar bis Oktober 2010) um 4,5 % auf 4,7 Mrd. Dollar. Am meisten verloren gebundene Hardcover Bücher (minus 18 %) und Taschenbücher (minus 16,8 %). Der elektronische Sektor mit eBooks wuchs von 370 Millionen Dollar 2010 auf 807 Millionen Dollar 2011 an.

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Die Umsätze von 80 US Publikumsverlagen 2010 - 1011

Insgesamt erwirtschafteten die US Publikumsverlage im Jahre 2010 knapp 14 Milliarden Dollar. Sollte der hier prognostizierte Rückgang sich auch im Weihnachtsgeschäft fortsetzen, kommt auf die US-Buchindustrie ein Fehlbetrag von über einer halben Milliarde Dollar zu.

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ebook Kartell: EU nimmt Apple und die Verlage aufs Korn

Der Verdacht der Kartellwächter: Apple könnte mit seinem „Agentur Modell“ gemeinsam mit den Verlagen den freien Wettbewerb behindern. Tatsächlich stiegen die eBookpreise in USA im letzten Jahr um etwa 25 Prozent an. Zurzeit legen die Verlage selbst die Preise der eBooks bei den Online Händlern fest – dahinter vermutet die EU Kommission eine verbotene Preisabsprache.

Bereits vor neun Monaten wurden die Verlage Hachette Livre (Frankreich), Harper Collins (USA), Simon & Schuster (USA), Penguin (Großbritannien) und die deutsche Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Ziel einer Razzia: Die Verlage sollen sich insgeheim über die Preise von eBooks vereinbart haben, was einen Verstoß gegen das Kartellrecht darstellt.

Der iBook-Store von Apple gab dabei den Anstoß: Apple hatte 2010 das „Agency Modell“ durchgesetzt, nach dem jeder Verlag selbst den Preis seiner eBooks festlegt; beim Händler verbleibt eine feste Provision (bei Apple zurzeit 30 Prozent). Das verhindert letztlich die freie Preisentwicklung zwischen den Online Buchhändlern – tatsächlich kosten seit etwa einem Jahr die eBooks nicht nur mehr Geld, sondern sind auch auf allen Plattformen gleich teuer.

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eBooks im Aufwind: Wann stirbt das gedruckte Buch aus?

Bald! Möchte man meinen, wenn die vom Magazin Stern erhobenen Umfragewerte tatsächlich repräsentativ sind. Während laut Börsenverein des deutschen Buchandels der Anteil der eBooks am hiesigen Buchmarkt 2010 gerade mal 0,4 Prozent ausmachte, sind Ende 2011 bereits fünfzehn Prozent der Leser bereit, auf digitale Bücher umzusteigen.

Diese (aus meiner persönlichen Sicht überraschend hohe) Zahl an Befürwortern bedeutet gleichzeitig, dass 85 Prozent heute nicht bereit sind, das Buch aus Papier und Pappe aus der Hand zu legen. Der Stern interpretiert das als „überwältigende Mehrheit“ an eBook Verweigerern und verweist den prognostizierten „Durchbruch“ des eBooks in das Reich der Fabel. Ich kann mir bildlich vorstellen, dass diese Nachricht eines renommierten Magazins für manche geplagte Verlagsseele wie Balsam wirkt.

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Das Drama des Buchhandels

Das zweite Quartal 2011 brachte dem Online Buchhändler Amazon einen wahren Geldregen: der Umsatz stieg zum Vorjahreszeitraum um sagenhafte 51 Prozent auf fast 10 Milliarden Dollar. Dabei war, so Amazon, das Kindle mit seinen inzwischen 950.000 verfügbaren eBook Titeln einer der Wachstumstreiber.

Auf der anderen Seite des literarischen Universums nennen die deutschen Buchhändler in der “Konjunkturumfrage Buchhandel 2011″ Privatkunden und Schulen als zuverlässigste Kunden und bemerken, dass Taschenbücher in 2010 gut gelaufen sind. Als wichtiges neues Projekt bezeichnen die Buchhändler vor allem eine bessere Webpräsenz.

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