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eBook erstellen: in drei Schritten zum Kindle „mobi“ – Format

Wenn Sie Ihr Buch bei Amazon veröffentlichen wollen, werden Sie Wert darauf legen, dass Ihr Werk gefällig, lesbar und ordentlich layoutiert erscheint. Im Hilfebereich des Kindle Direct Publishing Portals fand ich teils detaillierte Hinweise, aber keine in sich stimmige Schritt für Schritt Anleitung. In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen als Rezept festhalten. (Aktualisiert Juli 2012)

Man nehme: eine Textverarbeitung (für diesen Beitrag verwende ich Word) sowie das eBook Verwaltungs- und Konvertierungsprogramm Calibre. Der von Amazon empfohlene „Mobipocket Creator“ kann zwar „doc“ Dateien direkt konvertieren; die Ergebnisse sind jedoch ernüchternd. Ich verwende lieber Calibre, da es besser dokumentiert ist (und seltener abstürzt).

Schließlich noch eine wichtige Zutat: Amazon stellt den Kindle Previewer gratis zur Verfügung – ein Programm, das einen Kindle im PC simuliert und damit eine wirksame Verkostung erlaubt.

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Kindle eBook: der Fantasy Roman „Die Gestoßenen“ von Stefan M. Fischer

Zauberlehrling Tarabas fühlt sich zu Höherem berufen und tritt in das Heer des Hornissengenerals ein, um auf dem Schlachtfeld Ruhm zu ernten. Ziel des Feldzuges ist Abandonien, ein Land, in dem Andersartige leben. In seinem skurrilen Fantasy Roman „Die Gestoßenen“ streift Autor Stefan M. Fischer die Scheibenwelten von Terry Pratchett und findet doch zu einem ganz eigenen Stil.

„Die Geschichte von Tarabas ist eine Parabel auf die Gesellschaft und ihre Randgruppen“, sagt Stefan M. Fischer, „ und ich habe versucht, den irrationalen Hass auf die, die uns fremd erscheinen, in meinem Fantasy Roman abzubilden.“ Seine Liebe zum Film beeinflusst Stefans Stil: Er schreibt szenisch und lässt im Kopf des Lesers Bilder entstehen. „Ich bin kein Freund von Erklärungen und Wertungen. Ich schreibe lieber Drehbücher für den Kopf.“
Wir trinken einen Cappuccino in einem Café beim Nürnberger Hauptbahnhof. Stefan schreibt Bücher und inszeniert auch eigene Dialoge mit professionellen Schauspielern, die man auf Youtube sehen kann:

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ebook Studie: Die US Publikumsverlage lieben Apple, aber verdienen mit Amazon

Fast achtzig Prozent der US Publikumsverlage bieten bereits eBooks an: erstens, weil es Umsatz bringt und zweitens, weil die Kundennachfrage steigt. Vor drei Jahren erklärte noch jeder zweite Verlag, mit elektronischen Büchern nichts am Hut zu haben.

Wie der Publishing-Dienstleister aptara in seiner jährlich erscheinenden eBook-Umfrage erhob, erwirtschaftet 2011 bereits ein Fünftel der befragten 1.350 US Verlage mehr als zehn Prozent seines Umsatzes rein elektronisch.

aptara-umfrage2

Amazon bringt 2011 die meisten Verkäufe

Der größte Absatzkanal für eBooks ist in USA immer noch Amazon mit 38 Prozent Anteil, über den iBook Store von Apple verkaufen gerade zwei Prozent der Verlage am meisten Bücher. Stärker verkaufen verlagseigene Plattformen (25 %) und all die übrigen eBook Anbieter (16 %). Schlusslicht ist der Sony eBook Store, dem in dieser Untersuchung glatte null Prozent den höchsten Absatzanteil zuweisen.

Interessant finde ich, dass Amazon mit über 50 Prozent der stärkste Verkäufer für Unterhaltungsliteratur ist; alle anderen Segmente, vom Schulbuch bis hin zu wissenschaftlichen Publikationen, verkaufen mehr über verlagseigene Portale.

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ebook Kartell: EU nimmt Apple und die Verlage aufs Korn

Der Verdacht der Kartellwächter: Apple könnte mit seinem „Agentur Modell“ gemeinsam mit den Verlagen den freien Wettbewerb behindern. Tatsächlich stiegen die eBookpreise in USA im letzten Jahr um etwa 25 Prozent an. Zurzeit legen die Verlage selbst die Preise der eBooks bei den Online Händlern fest – dahinter vermutet die EU Kommission eine verbotene Preisabsprache.

Bereits vor neun Monaten wurden die Verlage Hachette Livre (Frankreich), Harper Collins (USA), Simon & Schuster (USA), Penguin (Großbritannien) und die deutsche Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck Ziel einer Razzia: Die Verlage sollen sich insgeheim über die Preise von eBooks vereinbart haben, was einen Verstoß gegen das Kartellrecht darstellt.

Der iBook-Store von Apple gab dabei den Anstoß: Apple hatte 2010 das „Agency Modell“ durchgesetzt, nach dem jeder Verlag selbst den Preis seiner eBooks festlegt; beim Händler verbleibt eine feste Provision (bei Apple zurzeit 30 Prozent). Das verhindert letztlich die freie Preisentwicklung zwischen den Online Buchhändlern – tatsächlich kosten seit etwa einem Jahr die eBooks nicht nur mehr Geld, sondern sind auch auf allen Plattformen gleich teuer.

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Der zerstörerische Mythos der Buchverlage

Michael Krüger, der legendäre Verlagsschef von Hanser, nennt die klassische Verlagswelt in einem Artikel der Zeit „holzverarbeitende Industrie“ – und das, was nun kommen wird, sei der „Elektrohandel“. Das erste klingt nach gutem Handwerk, das zweite nach krudem Kapitalismus. Krüger selbst freut sich angesichts dieser Entwicklung auf sein Altenteil.

In gewisser Weise kann ich ihn verstehen. Der Verlagschef von Amazon, Russell Grandinetti, erklärte die Verlage kürzlich als völlig sinnlos: „Es braucht nur Autoren und Leser“ und dazwischen einen Marktplatz: Amazon. Zusätzlich will Amazon in Zukunft selbst „Verlagsdienstleistungen“ anbieten.

Doch was sind eigentlich die Aufgaben eines klassischen Buchverlages? Braucht man ihn wirklich? Der Chef des Verlages Kiepenheuer & Witsch, Helge Malchow, erklärte sich letzte Woche dazu in einem Interview, das er Spiegel Online gab. Malchow brachte vier Punkte, die aus seiner Sicht die Existenz von klassischen Verlagen begründen – und die aus meiner Sicht Mythen sind, die letztendlich das Verlagsgeschäft gefährden:

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eBooks im Aufwind: Wann stirbt das gedruckte Buch aus?

Bald! Möchte man meinen, wenn die vom Magazin Stern erhobenen Umfragewerte tatsächlich repräsentativ sind. Während laut Börsenverein des deutschen Buchandels der Anteil der eBooks am hiesigen Buchmarkt 2010 gerade mal 0,4 Prozent ausmachte, sind Ende 2011 bereits fünfzehn Prozent der Leser bereit, auf digitale Bücher umzusteigen.

Diese (aus meiner persönlichen Sicht überraschend hohe) Zahl an Befürwortern bedeutet gleichzeitig, dass 85 Prozent heute nicht bereit sind, das Buch aus Papier und Pappe aus der Hand zu legen. Der Stern interpretiert das als „überwältigende Mehrheit“ an eBook Verweigerern und verweist den prognostizierten „Durchbruch“ des eBooks in das Reich der Fabel. Ich kann mir bildlich vorstellen, dass diese Nachricht eines renommierten Magazins für manche geplagte Verlagsseele wie Balsam wirkt.

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Kindle eBook: der Thriller „Visionen“ von Thomas Sillmann

Thomas Sillmann wandert in seinem Roman „Visionen“ ein Stück in den Schuhen von Stephen King. King‘s Schuhe mögen ein paar Nummern größer sein, doch Sillmann behält sie bis zum Ende der Geschichte an. Das ist bemerkenswert. Der Roman fesselte mich von Anfang bis Ende an mein iPad.

„Visionen“ ist ein Horror Thriller, der aus der Grundrezeptur: Fehltritt, Reue, Liebe, Tod und überraschender Wendung ein albtraumartiges Angstszenario entwirft, das in einem einsamen Ferienhaus auf Rügen blutig explodiert. Das Rezept ist stimmig, der Schreibstil passend, der Spannungsbogen hält – warum also lauter Absagen von Literaturagenten, wie der Autor weiter unten im Interview beschreibt? Ein Rätsel, das sich nur damit erklären lässt, dass der klassische Literaturbetrieb längst in seinen eigenen Kreisen köchelt. Da werden nur noch „sichere“ Autoren mit „sicheren“ Projekten in die Verwertungsmaschine geworfen.

Das Menetekel für die Verlage findet sich in der aktuellen Bestsellerliste von USA Today: Am 20.10.2011 stehen auf den vorderen Plätzen 13, 20 und 30 drei Bücher, die als „self-published via Amazon“ ausgezeichnet sind. Insgesamt haben es in dieser Woche neun Indie Autoren ohne Verlagsunterstützung in die Top 150 meistverkauften Bücher der Vereinigten Staaten geschafft.

Auf unserer Seite des Atlantiks hat mir Thomas Sillmann einige Fragen beantwortet:

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Kindle eBook: der Fantasy Roman „Die Ewigen“ von Tina Sabalat

Unsterbliche Kreuzritter, ein Schwert im Felsgestein, ein geheimnisvoller Orden, magische Kräfte, 800 Seiten … das klingt nach einem Schmöker vom Gewicht eines Ziegelsteins. Doch mit der Figur Shara, der unfreiwilligen Lichtgestalt eines geheimnisvollen Ritterordens, verleiht Tina Sabalat ihrem Roman eine zauberhafte Leichtigkeit.

Einem Lektor würde es sicher in den Fingern kribbeln, diese achthundert Seiten auf vierhundert runter zu bügeln. Wir haben uns an kantenloses und stromlinienförmiges Fast Food vom Literaturfließband gewöhnt, unsere Geschmacksnerven sind kaputtlektoriert. Zeit, mal wieder ein Buch zu lesen, das völlig naturbelassen ist: Hier schreibt ein Mensch und kein Lektorenkollegium.
Der Roman „Die Ewigen“ bahnt sich seinen Weg wie ein Wasserlauf – mal munter fließend, mal in behaglicher Trägheit, mal in brausender Geschwindigkeit. Dass dieses Fließen nicht zum Stillstand kommt, dafür sorgt die lebensfrohe Hauptperson Shara, die sich als mächtige Königin eines tausendjährigen Ordens ihren eigenen Kopf bewahrt und den der Ritter gehörig verdreht.

Tina Sabalat ist bei Facebook anzutreffen und hat mir einige Fragen beantwortet: Continue Reading →